Kindheit

Kindheit hat Eigenwert und ist nicht nur Durchgangsstadium. Jedes Kind hat eine eigene Persönlichkeit im Hier und Jetzt und wird nicht erst eine in Zukunft haben. Oft genug mißachtet man die Rechte des Kindes auf Eigenpersönlichkeit: „Kleine“ werden durch „Große“ klein gemacht, durch Spott oder Verniedlichung, durch mangelndes Vertrauen in ihre eigenständige Entwicklung. Als Zweckkinder müssen sie oft zur Verwirklichung persönlicher Ziele und Wünsche der Eltern herhalten. Sie müssen sich benehmen wie es dem Prestige der Eltern entspricht oder was sie von ihrem Kind erwarten; im Leben das erreichen, was den Eltern versagt war. Demokratie wird meist nur gespielt statt demokratisch verfahren. Kollidieren die Rechte verschiedener Personen, so ist eine Abwägung legitim und meist ein Zurückstecken beider Teile notwendig. Wie oft sagt man Kindern aber die Meinung und fragt sie nicht um die ihre. Wie oft werden unter Kindern Beschlüsse angeregt, aber dann nicht ernst genommen und verwirklicht, wenn sie den Intentionen der Erwachsenen zuwiderlaufen. Vorrangige Aufgabe der Schule ist es, das Kind als eigenständige Persönlichkeit zu respektieren, sich mit ihm ernsthaft auf eine Ebene zu begeben. Es bedeutet Offenheit, auch von Kindern lernen zu wollen, von ihrer Spontaneität und Kreativität.